Am Samstag, den 10. Dezember 2011, verlegte Gunter Demnig vier Stolpersteine für die Familie Alfred und Frieda Heinemann und ihren Kindern Margot und Ernst auf der Breitestraße Nr. 18

    

Gunter Demnig verlegte die vier Stolpersteine in Gegenwart des Holocaust-Überlebenden Rolf Levy, der zunächst aus seinem Heimatort Aachen-Haaren nach Belgien emigrierte. Er floh später nach Frankreich und entging trotz zweimaliger Verbringung in Sammellagern mit seiner Mutter dem Holocaust, während sein Vater ermordet wurde. Rolf Levy und seine Mutter überlebten als versteckte Juden in Frankreich.

Seine Tante Frieda Heinemann war eine geborene Levy aus Aachen-Haaren. Rolf Levy, Jahrgang 1929,  berichtete während der Verlegung der Stolpersteine, wie er in Grevenbroich zu Besuch war und mit seinem ein Jahre älternen Cousin Ernst Heinemann an der Erft spielte.

Die Familie Heinemann musste Grevenbroich verlassen, nachdem das Textilwarengeschäft von Alfred Heinemann boykottiert wurde. Sie verkauften um 1935/1936 ihr Vaterhaus an die Sparkasse Neuss und verzogen nach Kön. Von dort aus sind sie am 30. Oktober 1941 in das Ghetto von Lodz (Litzmannstadt) deportiert worden. Anfang Mai 1942 wurden sie wie die meisten reichtsdeutschen Juden im Ghetto für die "Ausreise" vorgesehen. Auch ein Gesuch, im Ghtto bleiben zu dürfen, weil Alfred Heinemann ebenso wie sein dreizehnjähriger Sohn Ernst Arbeitskarten besassen, wurde zurückgewiesen. Unter den täglichen Deportationen, von denen im Mai 1942 täglich eintausend reichsdeutsche Juden betroffen waren, befand sich auch die Familie Heinemann. Sie wurde wie alle anderen nach Chelmno (Kulmhof) verbracht, wo sie mit mobilen Vergasungs-LKW, bei denen man die Abgase der LKW nutzte, ermordet wurden.